Mittwoch, 26. Mai 2010

Pfingsten im Donautal

Ein verlängertes Wochenende vorne und hinten nochmal verlängert, perfektes Wetter, (fast) alle Kletterfreunde dabei und super gastfreundliche und völlig unkomplizierte Wirtsleute. Da hat sich jede Sekunde gelohnt.

Station war in der Pension "Murmeltier" in Hausen. Es ist dort wirklich so idyllisch, wie auf den Bildern. Eigentlich hätte ich mehr Touren und eher die kurzen, schweren als Vorbereitung auf den TrainerB-Kurs klettern sollen. Aber erstens kam keiner mit und zweitens macht's mir im Moment einfach viel mehr Spaß 3-4 Seillängen im Plaisirbereich zu klettern, als sich in abgespeckten 7-ern zu quälen.

Das absolute Highlight war auf jeden Fall die Nachtbegehung der Opakante mit Michael. Als er mich fragte, war das wie Weihnachten und Ostern zusammen. 2/3 Mond, milde 12°C Lufttemperatur und sternenklarer Himmel. Bis auf den Biwakierer, den wir am ersten Stand hinter uns ließen waren wie völlig allein, eine von den letzten Klettertagen unbekannte Stille umgab uns. Keine anderen Kletterer und Wanderer, die munter vor sich hin schwatzen oder ihre Achter und Hexen laut scheppernd durch die Gegend schleudern. Keine Motorräder, die laut aufheulend durch's Tal donnern, dass man selbst in der Wand sein eigenes Wort nciht mehr versteht. Und auch keine anderen Flugzeuge, Traktoren, etc. Seilkommandos mussten nicht wie wild gebrüllt werden in der Hoffnung, dass ein paar Fetzen davon ankommen.
Und dann das Mondlicht: mein Traum, den ich seit einem sehr enttäuschenden Hüttenabend im Refuge des Trois Fours mit der JDAV-Hanau hege, ging endlich in Erfüllung. Nur der Mond, der Fels und ich (naja, irgendwo musste wohl der Michel noch stecken und das Seil einziehen). Im Nachstieg bin ich also ohne Stirnlampe aber mit umso mehr Genuss geklettert. Für den Vorstieg hab ich die Leuchte dann doch angemacht, da's durch einen schattigen Riss ging und ich es nicht riskieren wollte mir die Stimmung bei der verzweifelten Suche nach Haken zu ruinieren.
Für dieses einmalige Erlebnis bin ich Micheal unsagbar dankbar!


li. Gedränge in der Opakante, schon nervig, wenn die Leute nicht warten können; re.Wiesen Bocksbart


Opakante ganz ohne Gedränge so gegen 23:00 bei tollem Mondschein in milder Frühsommernacht


li. Fragezeichen; re. Irisweg 2.SL

Und da das hier so eine Art Tourenbuch werden soll, die trockenen Zahlen:

StuhlfelsenTalwandSüdostpfeiler/Normalweg4, 3, 3+
StuhlfelsenTalwandIm Reich der Eisbären6-
StuhlfelsenTalwandIrisweg4, 4
StuhlfelsenTalwandRissausstieg5+
StuhlfelsenOstwandFragezeichen/Neue Route5+, 6+
BlicklesfelsDreierwandDreierweg5-, 4+
EigerturmWestwandEigerturm/DirekterEigert.5-, 6
SchreyfelsenPreußrissOpakante (Nachtbegehung)4, 3+, 3+
Falkenwandlinker TeilFalkendach6-

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